18. Juni 2019
Seit dem letzten Viertel ihres letzten Klinikaufenthalts geht es meiner Mutter deutlich besser, nachdem sie dort ausgiebig gepflegt wurde, sie sich von einer Lungenentzündung erholte und ihre Medikamente angepasst (reduziert) wurden. Wir sind alle sehr erleichtert. Trotzdem sitzt mir noch jetzt eine Mischung aus Schreck und Verunsicherung in den Gliedern, die gleichzeitig mit ihrer Besserung bei mir eingesetzt hat. Ich frage mich seitdem, ob nicht das zu hoch dosierte Olanzapin zu einem viel...
07. Juni 2019
Während meine Mutter in diese neue Lebensphase ... naja, teils eintritt, teils hinüber gleitet, teils sich fallen, teils sich von uns schieben lässt, dann aber auch plötzlich und überraschend aktiv in die neue Phase eintritt, sei es auch am Arm einer Physiotherapeutin oder mithilfe des Rollators ... also während all dessen schließen sich so einige Kreise in meinem eigenen Leben. Einer der sich schließenden Kreise hat mit Arbeit zu tun. Allerdings meine ich hier nicht einfach nur...
07. Juni 2019
(Moment noch, daran schreibe ich gerade.)
06. Juni 2019
(Moment noch, daran schreibe ich gerade.)
02. Juni 2019
Während meine Mutter zum dritten Mal in diesem Jahr im Krankenhaus war, habe ich meinen aktuellen Job gekündigt und einen Arbeitsvertrag bei einer neuen Stelle unterschrieben. Das mag aus einem bestimmten Blickwinkel verrückt sein - einen Job zu kündigen der zumindest auf dem Papier zum ersten Mal nach sowas wie einer Karriere aussieht. Aus einem anderen Blickwinkel mag es nach Opfer aussehen, wenn ich sage, dass ich den anstrengenden Agentur-Job für einen einfacheren Manufaktur-Job...
19. Mai 2019
Wenn jemand in hohem Alter stirbt, vielleicht auch noch nach langer Krankheit, dann wird oft von einer Befreiung für die verstorbene Person gesprochen. Ein bisschen seltener höre ich Leute zugeben, dass es für die Angehörigen eine Befreiung ist - das mag ein bisschen überlagert von Schuldgefühlen der Hinterbliebenen sein. Ich könnte mir die Erleichterung für Angehörige allerdings gut vorstellen. Ich habe Glück, ich fühle jetzt schon eine Befreiung - ganz ohne dass meine Mutter...
09. Mai 2019
Gestern Abend bin ich im Mairegen durch die Stadt, über die Alte Mainbrücke, zu meinem Lieblingsitaliener gelaufen. Nach einem Krankenhaustag. Nach der Abendwäsche inklusive Haarewaschen mit einer schlauen, dafür vorgesehenen Haube aus der Intensivstation. Nach dem Umlagern auf der Dekubitus-Matratze, die wie eine Hüpfburg permanent Luft reingeblasen kriegt von einem pfeifenden Apparat am Fußende des Bettes. Nach dem Abendessen (ich hab ihr live am Bettrand eine Guacamole gerührt und mit...
07. Mai 2019
Bin wieder im Zug, unterwegs zu ihr. Ich habe zwei Wochen lang mein berliner Leben mit meinem Sohn, meiner Arbeit, meinem Haushalt gelebt. Die neue Woche verbringt der Kleine bei seinem Papa. Dahabeich im Büro das Nötigste abgearbeitet und mir dann Urlaubstage für diese Reise genommen. Seit meinem letzten Besuch hat der Hausarzt meine Mutter im Pflegeheim behandelt, aber irgendwann entschieden, dass ihr Zustand zu bedenklich und ihre Symptome zu rätselhaft seien und sie in die Klinik...
07. Mai 2019
Jemand, der meine Mutter neulich im Krankenhaus besucht hat, mir die Updates Ihrer Werte gab und Einzelheiten über ihren momentanen Zustand schilderte, sagte zusamenfassend ganz betroffen zu mir, sie sei wirklich „nicht mehr die Alte“. Ich nehm mal schwer an er meinte: „nicht wie vorher“. Aber das stimmt schon, sie ist irgendwie auch eine Neue.
28. April 2019
Als meine Schwester und ich Teenager waren, erfuhren wir, dass das was meine Mutter so regelmäßig mit Haut und Haar und Körper und Seele erfaßte dass wir unseren Kalender danach hätten stellen können, aus Sicht von Psychiatern eine Krankheit war, mit vermeintlich dazu passenden Theorien und Medikamenten. Jemand hatte uns mit einem Fachbuch über die Erkrankung versorgt. Und jemand anderes, dem selbst diese Diagnose gestellt worden war und der seine Krankheit und die Wirkung der...

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